Dienstag, 15. März 2016

Ein Wochenende in Tarija

Tarija liegt im Süden Boliviens auf einer Höhe von ca. 1.900 m und ist die Weinkammer Boliviens. Neben Wein wird hier auch der Schnaps "Singani" hergestellt. Aus diesem Grund findet jedes Jahr ein grosses Weinfest im "Valle de la Conception" statt, dass ca. 20 km auserhalb von Tarija liegt. Dieses haben wir am Wochenende besucht. Am Samstag in der Früh kamen wir wie immer, nach einer wenig erholsamen, nächtlichen Fahrt in Tarija an und suchten unser Hostal das "Kultur Berlin". Ich kann jedem der nach Tarija kommt diese Hostal sehr empfehlen. Nach einem bolivianischen Frühstück aus Pastel und Api machten wir uns auf, die kleine Stadt zu erkunden. Dabei fiel mir auf, dass Tarija viel reicher und vor allem sauberer ist als Sucre. Wie uns eine Freiwillige aus Tarija sagte: die Stadt ist zum genießen da. Nach einer kleinen Siesta starteten wir erholt auf in den Nachmittag und Abend.
lecker Schwein
Am nächsten Tag überraschte uns ein wirklich sehr leckeres Frühstück mit Früchten und Vollkornbrot, eine wirkliche Rarität in Bolivien. Gegen Mittag starteten wir in Richtung Weinfest. Im Valle de la Conception angekommen machten wir uns auf, die verschiedensten Stände zu entdecken. Es gab Essen, Schmuck, Kinderspielzeug, Kleidung, jede Menge Weintrauben, Musik, usw..  Natürlich wollten wir auch den berühmten Wein probieren und wurden bitter enttäuscht, denn er traf unseren Geschmack so gar nicht. Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Tarija, da unsere Flota nach Sucre um 19:30 abfuhr.

Montag, 14. März 2016

Ein Wochenende in Cochabamba

An einem der letzten Wochenenden machten wir uns auf nach Cochabamba. Dort fand das bekannte "Holy Color" Festival statt, das es auch in verschiedenen deutschen Städten gibt.
Das besondere an diesem Festival ist, dass sich alle mit bunten Farben bewerfen und dabei laute Elektromusik hören.
Nach der nächtlichen Hinfahrt im Bus suchten wir unser Hostal, das uns Freiwillige aus La Paz, die früher angereist waren, organisiert hatten. Dort schliefen wir weiter bis Mittags, da die Nächte in den Bussen selten erholsam sind. Gestärkt von einem Mittagessen am Mercado trafen wir uns mit den restlichen Freiwilligen aus verschiedensten Städten um gemeinsam das Festival zu besuchen. Schon von weiten hörten wir die laute Elektromusik. Als wir das Gelände betraten hatten, ging der Spaß schon los. Innerhalb einer halben Stunde waren wir alle mit nasser Farbe beschmiert. Leider fing es später zu regnen an, aber das störte uns nicht. Nach einer warmen Dusche ging es weiter in die Clubs der Stadt.
Am nächsten Mittag machten wir uns auf die 34,2 Meter hohe Christusstatue "Christo de la Concorida" zu besichtigen. Nachdem eine Gruppe gemütlich mit der Seilbahn die 1.399 Stufen überwand und ein kleiner Rest sie gelaufen war, konnten wir "Christo" aus nächster Nähe bestaunen.
Eine aufkommende Regenfront zwang uns, nach nur kurzem Verweilen, wieder hinunter in die Stadt und nach einem kleinen Nachmittagssnack wieder in den Bus zurück nach Sucre.

Dienstag, 23. Februar 2016

Quechua



Eine Sprache, der ich in meiner Arbeit immer wieder begegne ist Quechua. Besonders die Bevölkerung auf dem Land spricht ausschließlich diese Sprache. Dadurch fällt es mir sehr schwer mich mit den Eltern der Kinder zu verständigen, da ich kein Wort verstehe. 
Hier ein kleiner Quechua-Kurs:
                                                                              Für alle die noch mehr lernen wollen:
kleines, schlaues Quechua Ratgeberbüchlein 
Die Zahlen von eins bis zehn:                                

eins – huq
sechs- suqta
zwei – iskay
sieben – qanchis
drei – kinsa
acht – pusaq
vier – tawa
neun – isqun
fünf – pisqa
zehn – chunka

Ein paar Wörter, die ich hier gelernt habe:

Frau – warmi;     
Kind – wawa
Haus – wasi;
neu - musuq
süß – misk´i;
Herz – sunqu
Mann- qhari;
Wasser – yaku
Hund- alcol;
Feuer - nina


CEMVA

Das soziale Projekt, in dem ich seit September arbeite, heißt CEMVA, Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía.

Es hilft den Familien, die vom Land in die Stadt Sucre migrierten. Oft haben sie Schwierigkeiten sich zurechtzufinden. CEMVA hilft ihnen durch Patenschaften und deutschen Spenden. Dadurch können die Kinder der Familien in den drei Kindergärten/-grippen, den drei Jugendzentren und am Mittagstisch für Schulkinder teilnehmen.  Da so die Kinder versorgt sind, ist es den Eltern möglich zu arbeiten und zur Verbesserung ihrer Situation beizutragen. Auch unterstützt das Projekt die Familien mit Lebensmitteln, Möbeln und Hygieneartikeln. Insgesamt wird somit ca. 80 Familien geholfen.

Insgesamt versorgen die drei Kindergärten/-grippen um die 130 Kinder und Babys. Sie erhalten ein ausreichendes Frühstück und Mittagessen sowie zwei kleine Zwischenmahlzeiten. Auch bieten sie ca. 20 Frauen einen Arbeitsplatz als Kindergärtnerinnen oder Köchin.
                            Schlafsaal in der "Casa del Nino A"         Die "Casa del Nino A"

Die drei Jugendzentren A, B und C finden Vor- und Nachmittags statt. 100 Kinder und Jugendliche erhalten auch dort eine kleine Zwischenmahlzeit. Ihnen wird bei den Hausaufgaben geholfen und es werden Freizeitaktivitäten angeboten. Mittags erhalten ca. 80 Kinder und Jugendliche im Comedor ein warmes Mittagessen, bestehend aus einer Suppe, einer Hauptspeise und einer kleinen Nachspeise.
Hausaufgabenbetreuung im "Centro Juvenil A"
Des Weiteren gibt es Werkstätten für Schreinerei, Elektronik, Metal-Mechanik, Schneiderei, Weberei und Schönheitspflege.

Die "Carpinteria" (Schreinerei)

Karneval in Sucre

Der Karneval in Sucre ist eine ziemlich verrückte Zeit. Man merkt ihn schon ein paar Wochen vorher, wenn kleine Kinder mit Wasserbomben und –pistolen von Dächern auf unschuldige Passanten zielen. Das steigert sich immer weiter, bis die ganze Stadt eine riesige Wasserschlacht veranstaltet. Von Samstag den 06.02 bis Donnerstag den 09.02 herrschte in der Innenstadt der Ausnahmezustand. Am Sonntag nahmen wir an einer kleinen Entrada, die von der Gastfamilie einer Mitfreiwilligen organisiert wurde, teil. Mit ca. 20 mehr oder weniger betrunkenen Menschen und einer kleinen Banda (bestehend aus Panflöten und Trommeln) zogen wir durch die Innenstadt bis nach Villa Armonía. Als wir dort ankamen war ich bis auf die Unterwäsche mit Wasser durchnässt und mir tat der Rücken von den scharf geworfenen Wasserbomben weh. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis, dass ich mir in Deutschland schon allein wegen der winterlichen Temperaturen nicht vorstellen könnte.
Am Abend darauf machte ich noch einmal ein unerfreuliches Erlebnis, als mich aus einem vorbeifahrendem LKW ein Schwall Wasser traf – ganz schön dreist. 


Dienstags ist es Brauch mit der Familie zu grillen. Auch wir Freiwilligen haben uns in Lajastambo getroffen um gemeinsam zu grillen. 

Am nächsten Wochenende wurde der Karneval endgültig in Yotala, einem kleinen Vorort von Sucre, verabschiedet und die Wasserschlacht hatte endlich ein Ende.

Dienstag, 26. Januar 2016

Unsere dreitages Tour durch den Salar de Uyuni



 Welche sind die zwei touristischsten Orte Boliviens?
- Copacabana und Uyuni -

Zusammen mit zwei anderen Freiwilligen aus Sucre sind wir am Donnerstagabend mit der Flota Richtung Uyuni aufgebrochen. Dort sind wir um halb fünf in der Früh angekommen und uns erwartete erst einmal nichts. Gott sei Dank, wurden wir in ein kleines Cafe eingeladen und konnten bis die Sonne aufgegangen war dort frühstücken. Ein paar Stunden später saßen wir in einem Land Cruiser von Toyota auf dem Weg zum ersten Stop, dem "Cementerio de trenes". Einige Bilder später ging es weiter nach "Colcani" - einem kleinen Dorf mit vielen Touristenläden. Danach fuhren wir in den Salar. Zuerst kamen wir an kleinen Salzhügeln vorbei, auf die wir uns stellen konnten. Nun ging es über einen kleinen blubbernden See zu einem Gebäude aus Salz. Dort verbrachten wir unsere erste Mittagspause.

Den restlichen Tag besichtigten und fotografierten wir:
  • eine Insel "Incahuasi" mit hunderten Kakteen mitten im Salar
  • unsere Spiegelungen auf einem kleinem See (es hatte vor kurzem geregnet)
  • die Höhle "Galaxis" und einen leeren Friedhof
  • den Sonnenuntergang über dem Salar

Die erste Nacht verbrachten wir in einem kleinem Salzhotel. Am nächsten Tag ging es weiter über das scheinbar endlose Altiplano.
Wir kamen an
  • einem Feld aus Lavasteinskulpturen 
  • dem kleineren Salar de Chiguana
  • den "Arbol de piedra" - einem Baum aus Stein
  • einem rauchenden Vulkan "Tunupa"
  • den ersten Lagunen und Flamigos, wie die Laguna Cañapa und die Laguna Colorada
vorbei.

Die zweite Nacht verbrachten wir in einer bescheidenen Unterkunft, die mich sehr an die Hütten in den Alpen erinnerte. Dagegen war die erste Nacht purer Luxus.
Am dritten und letzten Tag mussten wir um vier Uhr aufstehen, damit wir wieder rechtzeitig in Uyuni ankommen würden. Dann auch an diesem Tag erwartete uns ein volles Programm:
  • dampfende und nach Schwefel stinkende Geysire

  • ein warmes Bad in heissen Quellen mit einmaliger Aussicht
  • weiter Lagunen mit Flamingos 
  • verschiedene Steinskulpturen
Nach einer lagen Rückfahrt kamen wir endlich in Uyuni an und bekamen ein Busticket für die Rückfahrt nach Sucre. Dort kamen wir am Montag in der Früh um halb sechs an.

Zwischenseminar

Vom 14.01.16 bis zum 18.01.16 ging das Zwischenseminar der Freiwilligen, die im September ausreisten.
Am ersten Tag fand eine Großaktion mit allen Freiwilligen vom BKHW in Bolivien statt. Es wurden die Spielplätze vom Wiñay und Villa Armonia "B" renoviert, der Saal vom Jugendzentrum "C" und die gesamten Räume im Wiñay gestrichen. Dieser Tag gab uns die Möglichkeit die beiden Gruppen (September und August Ausreisende) besser kennenzulernen.
Am nächsten Tag ging es zu einer wunderschönen, ruhigen Anlage nahe den "Siete Cascadas". Neben den Seminareinheiten konnten wir uns ausführlich über verschiedene Probleme in den Projekten austauschen, als auch ein wenig Ruhe und Zeit für uns selber zu finden.
In den Seminareinheiten ging es um,
  • die Vorstellung der Projekte mit ihren Vor- und Nachteilen
  • Reflektion der Probleme im Projekt
  • Reflektion des Freiwilligenjahres (wo war ich, bin ich und wo will ich hin)
  • die Erarbeitung von verschiedenen Themengebieten bezüglich Bolivien. Z.B. Bolivien und das Lithium im Salar de Uyuni, das neue Wirtschaftsmodell unter Evo Morales
Das Seminar hat mir sehr geholfen wieder auf den richtigen Weg zu gelangen und einen neuen Blickwinkel auf mein Projekt CEMVA zu bekommen. Besonders der Austausch mit anderen Freiwilligen hat mir gezeigt, dass in vielen Projekten ähnliche Probleme vorhanden sind und wie wir mit diesen Umgehen können. Dadurch bin ich nun wieder motiviert weiter das Beste aus meinem Jahr in Bolivien herauszuholen.